Was kostet es, in Wien eine Firma zu gründen?

„Was kostet es, eine Firma zu gründen?“

Diese Frage höre ich oft. Und die ehrliche Antwort ist: Es kommt darauf an – aber wahrscheinlich weniger, als du denkst. Oder mehr.

Weniger, wenn du als Einzelunternehmen startest. Mehr, wenn es eine GmbH sein soll. Diese Übersicht zeigt dir beide Wege, mit echten Richtwerten für 2026.

Vorweg ein wichtiger Unterschied, den viele übersehen: Es gibt einmalige Kosten bei der Gründung. Und es gibt laufende Kosten, die jeden Monat weiterlaufen. Die laufenden vergessen die meisten – und genau die tun am Ende weh.

Gehen wir beide durch. Ehrlich, ohne schöngerechnete Zahlen.

Aus der Praxis
Ich hab vier Mal gegründet. Und der häufigste Denkfehler, den ich sehe: Leute planen nur den ersten Tag. Was kostet die Anmeldung? Dabei ist die Anmeldung oft das Billigste. Was zählt, ist die Frage: Was läuft danach jeden Monat weiter, auch wenn noch kein Geld reinkommt? Wer das vorher ehrlich rechnet, erlebt später keine böse Überraschung.

Weg 1: Einzelunternehmen – der günstige Start

Ein Einzelunternehmen zu gründen ist in Österreich überraschend günstig. Der wichtigste Teil – die Gewerbeanmeldung selbst – kostet nichts.

Einmalige Kosten (Einzelunternehmen)Richtwert 2026
Gewerbeanmeldung0 €
Stempelgebühren / Amtsgebühren (mit NeuFöG befreit)0 €
Optional: Beratung, Notiz, kleine Startausstattungindividuell
Start ist möglich ab0 €

Das klingt fast zu gut. Der Haken ist nicht die Gründung – es sind die laufenden Kosten (dazu gleich).

Wichtiger Spar-Tipp – das NeuFöG: Das „Neugründungs-Förderungsgesetz“ (kurz NeuFöG) befreit echte Neugründer von bestimmten Gebühren. Aber: Du musst das Formular vorher vorlegen, meistens über die Wirtschaftskammer (WKO). Wer es vergisst und zahlt, bekommt das Geld nicht zurück. Also: NeuFöG-Bestätigung holen, bevor du irgendwo etwas anmeldest.

Weg 2: GmbH – deutlich teurer, mehr Struktur

Eine GmbH („Gesellschaft mit beschränkter Haftung“) ist eine eigene juristische Person – und die Gründung ist entsprechend aufwändiger und teurer. Was du wissen solltest:

Kosten GmbH-GründungRichtwert 2026
Stammkapital gesetzlich mind. 10.000 € – davon bar einzuzahlen mind.5.000 €
Notariatsakt (Pflicht – der Vertrag muss zum Notar)~1.000–2.500 €
Eintragung ins Firmenbuch (kann mit NeuFöG entfallen)~450–500 €
Am Gründungstag rechnen mit (inkl. Einlage)~7.000–12.000 €

Kurz erklärt: Das Stammkapital ist Geld, das der Firma gehört – es ist nicht „weg“, sondern liegt auf dem Firmenkonto und darf genutzt werden. Der Notariatsakt ist Pflicht: Der Gesellschaftsvertrag muss von einer Notarin oder einem Notar beurkundet werden. Ohne geht es nicht.

Die laufenden Kosten – die alle vergessen

Das ist der wichtigste Abschnitt. Egal welche Form: Sobald du gegründet hast, laufen manche Kosten jeden Monat weiter. Auch wenn du noch nichts verdienst.

Laufende Kosten (Richtwert 2026)ungefähr
SVS – Sozialversicherung, Mindestbeitrag als Neugründer~161 € / Monat
WKO – Grundumlage (Pflichtbeitrag, je Branche unterschiedlich)jährlich, oft niedrig
Buchhaltung / Steuerberatung (je nach Aufwand)individuell
Ggf. Versicherungen, Software, Büroindividuell

Die SVS ist der Posten, der am meisten überrascht. Als Neugründer zahlst du 2026 rund 161 € im Monat – auch ohne Gewinn. Wie sich das genau berechnet, haben wir im Realitätscheck erklärt.

Gute Nachricht für Neugründer: Bei der WKO gibt es ein „Neugründerprivileg“ – im Jahr nach der Gründung bist du von der Grundumlage (dem Pflicht-Mitgliedsbeitrag der Wirtschaftskammer) befreit. Ein kleiner, aber netter Startvorteil.

Warum ich dir hier keine Endsumme nenne

Du wirst in diesem Artikel keine einzelne Zahl finden, die sagt: „Deine Gründung kostet genau X Euro.“ Das ist Absicht.

Deine echten Kosten hängen von Dingen ab, die ich nicht kenne: deiner Rechtsform, deiner Branche, deiner WKO-Fachgruppe, ob du Beratung dazu nimmst, wie deine Steuer aussieht. Jede pauschale Endsumme wäre geraten – und geraten hilft dir nicht.

Was du bekommst: verlässliche Richtwerte, damit du die Größenordnung kennst. Die genauen Zahlen für deinen Fall bekommst du kostenlos beim WKO Gründerservice und bei deiner Steuerberatung.

Was die Rechtsform mit den Kosten zu tun hat

Du siehst: Einzelunternehmen und GmbH liegen bei den Gründungskosten weit auseinander. 0 € gegen mehrere Tausend Euro. Deshalb ist die Kostenfrage eng mit der Frage der Rechtsform verbunden.

Wenn du dir bei der Rechtsform noch unsicher bist, lies zuerst unseren Artikel dazu: Einzelunternehmen oder GmbH? Einfach erklärt. Er zeigt dir die Unterschiede – dann wird auch die Kostenfrage klarer.

Was du jetzt tun kannst

  • Trenne für dich einmalige und laufende Kosten. Zwei Listen, nicht eine.
  • Rechne die SVS (rund 161 € im Monat) fix ein – auch für die Monate ohne Umsatz.
  • Hol dir die NeuFöG-Bestätigung, bevor du etwas anmeldest. Vorher, nicht nachher.
  • Vereinbare einen kostenlosen Termin beim WKO Gründerservice für deine genauen Zahlen.
  • Prüf zuerst, ob deine Idee überhaupt trägt – mit dem Selbsttest aus dem ersten Artikel.

Dein nächster Schritt

Du kennst jetzt die Größenordnung: Ein Einzelunternehmen kannst du fast kostenlos starten. Eine GmbH kostet am ersten Tag mehrere Tausend Euro. Und in beiden Fällen laufen ab dem Start monatliche Kosten mit – allen voran die SVS.

Der nächste Schritt ist nicht das Anmelden. Es ist eine ehrliche Kostenliste für deinen Fall – am besten gemeinsam mit dem WKO Gründerservice.

Wenn dein Auftritt dazukommt – Website, Logo, Onlinepräsenz – dann kommen wir ins Spiel. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, was du dafür brauchst. Ganz unverbindlich.

Kostenloses Erstgespräch →
Wichtig zu wissen: Ich bin keine Unternehmensberatung und keine Steuerberatung. Ich begleite dich und gebe dir Werkzeuge, damit du selbst klarer siehst. Alle genannten Beträge sind Richtwerte für 2026 und können sich ändern – sie hängen von Rechtsform, Branche und deiner persönlichen Situation ab. Für verbindliche und aktuelle Zahlen sind der WKO Gründerservice, die SVS, das Firmenbuch, eine Notarin bzw. ein Notar oder eine Steuerberatung die richtigen Anlaufstellen.

Gründen muss nicht teuer sein. Aber es sollte ehrlich gerechnet sein – einmalige und laufende Kosten zusammen. Dann weißt du wirklich, worauf du dich einlässt.

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