Warum schaffen es manche Firmen und andere nicht?
„Warum schaffen es manche Firmen und andere nicht?“ Diese Frage bekomme ich oft. Und die ehrliche Antwort tut ein bisschen weh: Von den Firmen, die heute in Österreich starten, ist knapp zwei Drittel in fünf Jahren wieder weg. Und fast nie liegt es am Markt.
Es liegt an Fehlern. An Fehlern, die man kennen kann – und deshalb auch vermeiden.
Ich hab in vier eigenen Gründungen die meisten davon selbst gemacht oder aus nächster Nähe gesehen. Hier sind die häufigsten, ehrlich und ohne Beschönigung.
Zuerst die unbequeme Zahl
Fangen wir mit den Fakten an. Laut Statistik Austria sind ein Jahr nach der Gründung noch rund 83 von 100 Firmen aktiv. Nach fünf Jahren sind es nur noch etwa 36. Anders gesagt: Zwei von drei sind weg. Und im Dienstleistungsbereich – also dort, wo die meisten Einzelunternehmer starten – ist die Quote noch härter als im produzierenden Gewerbe.
| Von 100 Neugründungen in Österreich… | noch aktiv |
|---|---|
| nach 1 Jahr | ~83 |
| nach 5 Jahren | ~36 |
Ein wichtiger, ehrlicher Zusatz: „Weg“ heißt nicht automatisch „pleite“. Die meisten dieser Firmen gehen nicht in die Insolvenz – sie hören einfach auf, weil es sich nicht rechnet. Die echten Pleiten sind der kleinere Teil. Aber genau die zeigen glasklar, woran es hakt.
Der Gläubigerschutzverband KSV1870 schaut sich diese Insolvenzen jedes Jahr an. Das Ergebnis ist eindeutig: Fast zwei Drittel gehen auf Management- und innerbetriebliche Fehler zurück. Rund ein Fünftel sind klassische Gründungsfehler – fehlende Branchenkenntnis, zu wenig Eigenkapital, mangelnde Vorbereitung. Nur ein kleiner Rest sind Dinge, die wirklich niemand kontrollieren kann.
Kurz: Die meisten Firmen scheitern nicht an der Konkurrenz und nicht an Pech. Sie scheitern an sich selbst. Das klingt hart – ist aber die gute Nachricht. Denn was hausgemacht ist, kannst du auch selbst verhindern.
Die häufigsten Fehler – und wie sie aussehen
Das sind die sieben, die mir in der Praxis am öftesten begegnen.
1. Selbstüberschätzung
Der häufigste Fehler passiert im Kopf, lange bevor die erste Rechnung geschrieben ist. Man plant zu optimistisch, rechnet mit Kunden, die „schon kommen werden“, und will zu schnell zu viel. Realistisch zu planen ist kein Pessimismus – es ist der Unterschied zwischen Durchhalten und Aufgeben.
2. Die eigene Arbeitszeit vergessen
Viele kalkulieren Material, Abgaben und Miete – aber nicht die eigene Zeit. Wer seine Stunden nicht einpreist, arbeitet am Ende für fast nichts und wundert sich, warum trotz voller Auftragsbücher nichts übrig bleibt. Deine Zeit ist dein teuerstes Betriebsmittel. Sie gehört in jeden Preis.
3. Kein Polster für die zähe Anfangszeit
Die ersten Monate bringen selten das, was man sich erhofft. Wer ohne Reserve startet, gerät genau dann unter Druck, wenn er einen kühlen Kopf am dringendsten braucht. Ein finanzielles Polster kauft dir das Wichtigste überhaupt: Zeit.
4. Die SVS-Nachzahlung unterschätzen
Das ist die Falle, in die fast jeder einmal tappt. In den ersten Jahren zahlst du deine Sozialversicherung bei der SVS nur vorläufig – auf Basis geschätzter Werte. Kommt später dein echter Steuerbescheid, rechnet die SVS nach. Und diese Nachzahlung kann ordentlich ausfallen. Wer das Geld längst ausgegeben hat, steht plötzlich blöd da. Der einfache Schutz: von Anfang an einen Teil zur Seite legen.
5. Die Umsatzsteuer falsch einschätzen
Wer im Jahr unter 55.000 Euro Umsatz bleibt (Stand 2026), kann die Kleinunternehmerregelung nutzen und ist von der Umsatzsteuer befreit. Klingt einfach, wird aber oft falsch eingeschätzt: Manche machen sich unnötig teuer, andere planen ihren Umsatz zu hoch und wundern sich über die Folgen. Es zahlt sich aus, das von Anfang an sauber zu wissen – nicht erst, wenn das Finanzamt fragt.
6. Unsichtbar bleiben
Der Fehler, den ich am öftesten sehe: Leute sind fachlich top – aber online nicht auffindbar. Kein Auftritt, keine Website, nichts, was jemand findet, der sie googelt. Und was man nicht findet, existiert für viele Kunden schlicht nicht. Sichtbarkeit ist kein Luxus am Ende der To-do-Liste. Sie entscheidet, ob überhaupt jemand bei dir anklopft.
7. Zu früh aufgeben
Und der bitterste zum Schluss: aufhören, kurz bevor es läuft. Die ersten Monate sind zäh, das Konto ist dünn, die Zweifel sind laut – und genau in dieser Phase steigen die meisten aus. Wer durchhält, hat oft schon halb gewonnen. Dranbleiben ist kein Talent. Es ist eine Entscheidung.
Was fast alle übersehen
Schau dir die sieben Punkte noch einmal an. Kein einziger hat mit fehlendem Können zu tun. Es geht um Vorbereitung, um ehrliche Zahlen und um Durchhalten. Das ist der Teil, den fast alle übersehen: Nicht der Beste am Markt gewinnt, sondern der, der die vermeidbaren Fehler vermeidet und lange genug dranbleibt.
Was du jetzt tun kannst
- Rechne ehrlich – und preise deine eigene Arbeitszeit von Anfang an ein.
- Bau dir ein finanzielles Polster für die ersten zähen Monate.
- Leg dir für die SVS-Nachzahlung von Beginn an Geld zur Seite.
- Wisse früh, ob die Kleinunternehmerregelung für dich gilt – bevor du deine Preise festlegst.
- Sei früh sichtbar: ein klarer Auftritt, den man findet, wenn man dich sucht.
Dein nächster Schritt
Einen dieser Fehler nehm ich dir komplett ab: den unsichtbaren Start. Ich bring dich nach der Gründung sichtbar online – mit einer ehrlichen, schlanken Website, einem Logo, das ernst genommen wird, und einem Auftritt, der zu dir passt. Ohne Technik-Stress, zum klaren Fixpreis.
Du stehst noch ganz am Anfang und willst wissen, was auf dich zukommt? Das hier hilft dir weiter: Firma gründen – Kosten in Wien.
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